QR-Code-Pflicht auf Weinflaschen: Was Winzer jetzt wissen müssen

QR-Code-Pflicht auf Weinflaschen: Was Winzer jetzt wissen müssen

Seit dem 8. Dezember 2023 gilt EU-weit eine erweiterte Kennzeichnungspflicht für Wein. Winzer müssen Nährwertangaben und ein Zutatenverzeichnis für ihre Weine bereitstellen – entweder direkt auf dem Etikett oder über einen QR-Code (sogenanntes „E-Label“).

Dieser Beitrag gibt einen fachlich-sachlichen Überblick speziell für deutsche Winzer: ab wann die Pflicht gilt, welche Informationen erforderlich sind, welche Produkte betroffen sind und wie sich die Anforderungen praxisnah umsetzen lassen – inklusive Verweis auf digitale Lösungen wie produkt-code.de.


Ab wann gilt die neue Kennzeichnungspflicht?

Die Regelung gilt für alle Weine, die nach dem 8. Dezember 2023 hergestellt wurden. Maßgeblich ist der Abschluss der alkoholischen Gärung.

  • Weine, die vor dem 08.12.2023 vollständig vergoren waren, dürfen ohne neue Kennzeichnung weiter verkauft werden (Abverkauf erlaubt).

  • Alle Weine ab Jahrgang 2024 unterliegen vollumfänglich der neuen Pflicht.

  • Bei Schaumwein ist der Abschluss der zweiten Gärung entscheidend.


Gesetzliche Grundlage

Rechtsgrundlage ist die EU-Verordnung (EU) 2021/2117, welche die bisherige Sonderstellung von Wein aufhebt. Wein gilt nun kennzeichnungsrechtlich als normales Lebensmittel.

Ziel der Regelung ist:

  • Mehr Transparenz für Verbraucher

  • Einheitliche Kennzeichnungsvorgaben innerhalb der EU


Welche Angaben sind verpflichtend?

Zusätzlich zu den bisherigen Pflichtangaben (Alkoholgehalt, Füllmenge, Abfüller etc.) sind zwei neue Informationsblöcke erforderlich:

1. Nährwertdeklaration (bezogen auf 100 ml)

Pflichtangaben:

  • Brennwert (kJ und kcal) – immer auf dem Etikett

  • Fett

  • davon gesättigte Fettsäuren

  • Kohlenhydrate

  • davon Zucker

  • Eiweiß

  • Salz

Hinweise:

  • Tabelle empfohlen

  • Geringfügige Mengen dürfen zusammengefasst werden

  • Der Brennwert darf nicht ausschließlich digital angegeben werden

2. Zutatenverzeichnis

  • Beginnend mit „Zutaten:“

  • Absteigende Reihenfolge nach Gewichtsanteil

  • Zusatzstoffe mit Funktionsklasse oder E-Nummer

  • Zutaten <2 % dürfen am Ende gesammelt stehen

Ausnahme: Besteht das Produkt ausschließlich aus Trauben, kann das Zutatenverzeichnis entfallen.

Allergene

  • Sulfite, Ei- und Milchprodukte müssen hervorgehoben werden

  • Der Hinweis „enthält Sulfite“ muss immer auf dem Etikett stehen

  • Ein QR-Code ersetzt den Allergenhinweis nicht


Welche Weine sind betroffen?

Die Pflicht gilt für nahezu alle weinrechtlichen Erzeugnisse:

  • Stillwein

  • Schaumwein / Sekt

  • Perlwein

  • Likörwein

  • Aromatisierte weinhaltige Getränke

  • Teil- oder entalkoholisierter Wein


Ausnahmen und Sonderfälle

Direktvermarktung kleiner Mengen

Unter bestimmten Voraussetzungen (kleine Mengen, direkte Abgabe an Endverbraucher, regional begrenzt) kann die Nährwertdeklaration entfallen.

Wichtig:

  • Zutaten- und Allergenkennzeichnung bleibt Pflicht

  • Die Ausnahme ist nicht eindeutig definiert

  • Rücksprache mit der Lebensmittelüberwachung empfohlen

Werbung

  • Keine Pflichtangaben in reiner Werbung ohne Bestellmöglichkeit

  • Pflichtangaben erforderlich bei Online-Shops, Preislisten und Bestellformularen


Etikett oder QR-Code? (E-Label)

Winzer haben zwei zulässige Optionen:

Klassische Etikettierung

  • Alle Angaben direkt auf der Flasche

  • Platzbedarf hoch

  • Gestaltung eingeschränkt

QR-Code (E-Label)

  • QR-Code auf dem Etikett

  • Verlinkung auf eine Informationsseite

  • Auf dem Etikett erforderlich:

    • Brennwert (kJ/kcal)

    • Allergenhinweis

    • Hinweis auf QR-Code (z. B. „Zutaten & Nährwerte“)

Wichtige Anforderungen an die QR-Code-Seite:

  • Keine Werbung oder Verkaufslinks

  • Langfristige Verfügbarkeit

  • Kein übermäßiges Tracking


Unterstützung durch produkt-code.de

produkt-code.de bietet eine speziell für Hersteller entwickelte Lösung zur Umsetzung der QR-Code-Pflicht:

  • Erstellung rechtskonformer QR-Codes

  • Hosting der Zutaten- und Nährwertangaben

  • Pflichtangaben-Check zur Fehlervermeidung

  • Datenschutzkonforme, cookie-freie Seiten

  • Einfache Pflege und spätere Aktualisierung

  • Dauerhafte URLs für langfristige Rechtssicherheit

Damit eignet sich produkt-code.de besonders für Winzer, die:

  • mehrere Weine oder Jahrgänge verwalten

  • Platz auf dem Etikett sparen möchten

  • rechtliche Risiken minimieren wollen


Fazit

Die QR-Code-Pflicht ist keine Option, sondern verbindliche Realität. Spätestens mit dem Jahrgang 2024 müssen alle Weine entsprechend gekennzeichnet sein.

Winzer sollten jetzt:

  • ihre Etiketten prüfen

  • sich für eine Umsetzungsstrategie entscheiden

  • digitale Lösungen sinnvoll einsetzen

Richtig umgesetzt, bietet die neue Kennzeichnungspflicht nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch die Chance, Transparenz und Qualität sichtbar zu machen.

Jetzt handeln, bevor der nächste Jahrgang abgefüllt wird.